Die andere Seite von Palau

Jetzt habe ich viele Fotos von Palau gezeigt – vor allem von der überwältigenden Natur. Aber die Berichterstattung wäre nicht komplett, wenn man nicht auch etwas über die nicht so schönen Dinge sprechen würde. Etwas ist es schon angeklungen, wenn Ihr den Bericht über Babeldaob gelesen habt.

Auf der einen Seite wird in Palau angeblich sehr auf Nachhaltigkeit Wert gelegt. Auf der anderen Seite sahen wir immer wieder Müll in den Mangroven oder an der Straße.

Mal ganz abgesehen vom Autoschrott, der hier überall herumstand bzw. lag. Und die folgenden Fotos waren noch mit die schönsten Beispiele.

Wir haben zwar gehört, dass es auf Palau hauptsächlich gebrauchte Autos aus Japan gab, aber irgendwann sollte man den Schrott der Wiederverwertung zuführen und nicht in der Natur verrotten lassen.

Es kostete hohe Strafen, etwas wegzuwerfen. Diese wurden aber wohl nie bei den Einwohnern durchgesetzt.

Dafür wurden die Touristen auf Palau regelrecht abgezockt. Überall wurden Gebühren verlangt (Permission Fees). Die Ankunftsgebühren betrugen 100 US Dollar pro Person und waren zumindest im Flugticket enthalten. Wenn man eine Bootstour machte, waren weitere 50 US Dollar fällig. Für Besuch des Jelly Fish Lakes sogar 100 US Dollar. Eintritt ins Aquarium 10 US Dollar. Jede kleine Wanderung auf Babeldaob 5  bis 10 US Dollar. Monolithen 5 US Dollar, Japanischer Leuchtturm 5 US Dollar, Kriegsdenkmal 5 US Dollar, 3 Sehenswürdigkeiten im Staat Aimelik 10 US Dollar, etc.

Ein Taxi zum Flughafen kostete meist 20 bis 25 US Dollar, obwohl es nur ein paar Kilometer waren. Bootstagesausflüge begannen so bei 120 US Dollar pro Person. Auch Landausflüge sollten eigentlich nur mit Guides gemacht werden. Die Kosten waren auch hier relativ hoch.

Am günstigsten konnten wir übrigens an den öffentlichen Recreational Areas schnorcheln. Eine ist unterhalb der japanischen Freundschaftsbrücke (links auf dem Foto) und eine war auf der anderen Seite von Koror Island, Richtung Malakal. Hier standen öffentlichen Toiletten zur Verfügung und Bänke, teilweise überdacht mit Schatten, den ansonsten auch einige Bäume gaben. Über Treppen kam man einfach ins Wasser. Und was man da sah, war nicht schlecht. An der Freundschaftsbrücke habe ich sogar eine Schildkröte gefilmt, es soll unter der Brücke sogar ab und zu ein Manta vorbeischwimmen. Ansonsten war das andere Gebiet zum Teil flacher und mit mehr Fischvielfalt. Und das kostete ausnahmsweise gar nichts.

70 % der arbeitenden Bevölkerung von Palau kam übrigens von den Philippinen. Aber die dort so geschätzte Herzlichkeit sah man auf Palau nur selten.

Am letzten Abend entdeckten wir noch das Rotlichtviertel von Palau, ganz nahe dem deutschen Restaurant Krämer, auf Malakal im Hafengebiet. Vor ein paar Bars saßen dort ein paar Mädels und warteten auf Freier.

Wir haben uns oft über die Ruinen und halbfertigen Häuser (oder halb kaputt?) hier gewundert.

Die EU vergab sogar Gelder nach Palau. Eins der Projekte sogar mit Stacheldraht und Gittern abgezäunt. Auch die Tür war natürlich verschlossen. Aber irgendetwas passte nicht: in der Tür war kein Gitter, so dass man ohne Probleme hineinkommen konnte.

Hier auf Palau wurde rechts gefahren wie in Deutschland und den USA. Die Fahrzeuge hatten aber meist den Lenker rechts. Das war ziemlich ungewohnt. Vielleicht fuhren deshalb die meisten Palauer recht langsam – vielleicht auch wegen der Schlaglöcher?

 

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