Hacienda San José

San José war gar nicht so einfach zu finden. Es ging von der Panamericana ab Richtung Chincha. Aber dann wurde es ernst. Der Stadtverkehr in Chincha war brutal mit den vielen motorisierten Dreirädern. Vielleicht hätten wir von Pisco aus direkt auf der alten 1S fahren sollen. Letztlich fuhren wir hinter Chincha wieder südlich Richtung Pisco bis wir zur Abzweigung nach El Carmen kamen.

Vor El Carmen galt es noch einen Fluss samt Flussbett zu queren, der erfreulicherweise nicht viel Wasser enthielt. Ab und zu zeigten uns Wegweiser den Weg nach San José. Allerdings waren einige auch verwirrend aufgestellt. Vor El Carmen zweigte jedenfalls die Zufahrt zu San José rechts ab.

Wir zahlten jeweils 20 Soles Eintritt und erhielten dafür eine persönliche Führung von Henri. Er sprach nur wenig Englisch, gab  sich aber Mühe uns mit langsam gesprochenem Spanisch die Hacienda zu zeigen. Die ersten Informationen zu ihr datierten aus dem Jahr 1688, als Rosa Josepha de Munatones y Aguado mit Don Anres Salazar heiratete. Sie brachte das Anwesen und die Kirche zusammen mit Farmland in die Ehe.

San José

Henri, unser Guide, zeigte uns u.a. diesen großen Billiardtisch. Überall dort, wo Löcher waren, waren früher Beutel für die Kugeln angebracht.

Die beiden ersten Eigentümer der Hacienda, aus dem Hause Salazar, waren auf großen Gemälden verewigt.

Im großen Innenhof wurde früher getanzt und musiziert.

San José

Die Badewanne hatte Augustin Salazar bereits im Jahr 1737 bauen lassen.


Die tolle Bar war heute als Teil des Hotels noch in Betrieb.


Auch die Außenanlagen waren sehr gepflegt. Hinter dem Garten begannen die vielen Hektar Land, auf denen früher Zuckerrohr und Baumwolle angebaut wurden. Heute waren es hauptsächlich Avocados, Mais und Kartoffeln.

Der große Baum war bereits über 350 Jahre alt und hatte bereits die alten Zeiten der Sklaverei miterlebt. Zeitweise arbeiteten hier über 1000 Sklaven und produzierten Zuckerrohr und Baumwolle. Erst 1854 wurde in Peru die Sklaverei abgeschafft, aber auch danach arbeiteten noch viele in den Plantagen.

 

Henri zeigte uns auch die Katakomben der Hacienda. Fast das gesamte Gelände war unterkellert und mit einem wahren Labyrinth von Gängen und Räumen versehen. Sogar einen 2 km langen Gang zur nächsten Hacienda gab es.

Sie dienten unterschiedlichen Zwecken. Hier wurden Sklaven bestraft und ohne Licht und Essen eingesperrt. Auf der anderen Seite dienten die Gänge als Fluchtmöglichkeit vor Piraten. Sogar von der Kirche führte ein geheimer Gang in die Katakomben.

Auch Tote wurden hier begraben. Es gab Gräber und angeblich sollen auf den folgenden Fotos menschliche Knochen zu sehen sein.

Die Eisen in dem Bestrafungsraum wurden an den Sklaven befestigt, die hier aufrecht stehen mussten ohne Schlaf.

Auch die Ausstattung der Kirche war meist noch original, hinter den Tauben des hölzernen Altars begann der Geheimgang in die Katakomben.

tommy-online

Nach mehr als 25 Jahren in der Finanzdienstleistungsbranche jetzt Weltreisender und als Reiseblogger tätig.

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