Krankenhaus in Singaraja

Wenn man auf Weltreise ist, muss man selbstverständlich auch damit rechnen, dass man zwischendurch mal erkrankt. Selbst zu Hause bleibt das meist nicht aus. Mich erwischte es schließlich doppelt. Ich fühlte mich den ganzen Tag schon schlapp und dachte mir nichts dabei, mal keinen festen Stuhlgang zu haben, da es häufiger in fernen Ländern mal vorkommt, da wir Europäer die verwendeten Öle o.ä. nicht gewohnt sind.

Als aber Fieber hinzukam, ich immer schlapper wurde und nachts sogar noch Schüttelfrost bekam, beschloss ich am nächsten Tag zum Arzt zu fahren. Unsere Vermieterin war so nett, uns zum Krankenhaus in Singaraja zu bringen. Von außen sah die Poliklinik fast aus wie ein edles Hotel.

Krankenhaus in Singaraja

Nach der Anmeldung an der Rezeption wurde ich nach kurzer Wartezeit auch bereits hineingerufen. Ich wurde untersucht und mein Blut im Labor auf Auffälligkeiten überprüft. Der englischsprachige Arzt hatte aufgrund seiner Erfahrung bereits nach der Untersuchung eine Vermutung, die sich dann bestätigte.

Ich hatte neben Typhus (gegen das ich eigentlich geimpft war) eine leichte Art des Dengue-Fiebers. Das eine wohl zurückzuführen auf den Genuss von kontaminierten Eiern, das andere auf den Stich einer großen Mücke.

 

Ich erhielt einen Tropf bereits im Krankenhaus und dann abends und die nächsten Tage weitere in unserem Homestay (Gästehaus). Dazu kam der Arzt mit seinem Assistenten extra zu uns herausgefahren (ca. 12 km). Schon nach den ersten beiden Tröpfen und Antibiotika ging es mir in der nächsten Nacht wesentlich besser. Erfreulich ist, dass ich an dieser Art des Dengue-Fiebers nicht mehr erkranken kann. Aber es gibt wohl noch 3 weitere Typen.

Bei den Eiern werde ich demnächst noch besser aufpassen, speziell auch bei Eis o.ä. Eierspeisen. Gegen jede einzelne Mücke kann man sich nicht wehren, obwohl wir immer Mückenabwehrmittel verwendet haben. Letztlich war die Wahrscheinlichkeit nicht groß, aber es hat mich trotz Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Immerhin war es kein Malaria, so dass wir aus dem Malariahochrisikogebiet Flores zumindest insofern heil herausgekommen sind.

Die professionelle und umsichtige Behandlung, die sogar einen Allergietest als Vorsichtsmaßnahme einschloss, werde ich aus dem Krankenhaus in Singaraja positiv in Erinnerung behalten. Insgesamt dauerte sie auch längst nicht so lange wie es in einem deutschen Krankenhaus der Fall gewesen wäre.

Billig waren die Behandlung und die Medikamente jedoch nicht. Für die erste Behandlung im Krankenhaus wurden 5 Mio Rupien berechnet, danach jeweils ca. 3,4 Mio Rupien pro Arztbesuch. Insgesamt also gut 900 EUR (inkl. Labor für 3 Blutuntersuchungen und alle Medikamente). Man sollte sich also immer gut krankenversichern. Für längere Reisen reichen dabei die normalen Auslandsreisekrankenversicherungen nicht aus, die in der Regel nur für bis zu 6 Wochen wirksam sind. Dann gibt es nicht mehr so viele günstige Versicherer. Wir hatten HanseMerkur und ADAC in der engeren Auswahl und haben uns für den ADAC entschieden, weil ich da sowieso bereits Mitglied war.

bei der Erholung am Pool

P.S.: Da die Thrombozyten nach der letzten Blutuntersuchung doch noch nicht genug waren, erhielt ich noch einen letzten Tropf (inkl. Arzt und Assistent noch einmal gut 150 EUR).

4 Gedanken zu „Krankenhaus in Singaraja

  • 24. August 2018 um 18:30
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    Gute Besserung! War’s nicht eher ein „Hangover“? Ich bin damals zum Glück ohne Erkrankung gereist, lag möglicherweise an den vielen Cocktails (Sex on the Beach, Mai Thai etc.) und scharfes Essen (Sambal Olek) und Tiger Balm. Führt zwar zum Hangover, tötet aber alles andere mit ab.
    Habe gerade einen Gesundheitscheck in Las Palmas hinter mir, werde angeblich über 80 Jahre. Passt mir ganz gut in den Kramm, hab noch einiges vor. Nachdem die EU die Westsahara quasi als marokkanisch anerkannt hat, soll Ende des Jahres ein Treffen zwischen Marokko und Polisario, organisiert von Horst Köhler, stattfinden. Die Signale werden jeden Tag deutlicher. Letzte Woche wurde von einer französischen Airline Direktflüge Paris-Dakhla angekündigt, die Polisario tobt (muss ich noch in meinem Blog veröffentlichen). Das mach ich jetzt mal. Alles Gute

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    • 25. August 2018 um 06:51
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      Danke. Wir haben bisher anscheinend zu wenig Party gemacht. Aber schön zu hören, dass es dir gut geht und du die 80 in Angriff nehmen wirst. Heute geht es für mich erstmal wieder auf den Scooter…

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  • 12. September 2018 um 20:17
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    Hallo Thomas,
    war leider einige Tage nicht im Netz.
    Wie gut das du alles so überstanden hast.
    Zum Glück war für dich die Versorgung o.k.
    Du weißt ja , mir wäre das alles zu risikoreich.
    Eine schöne Zeit noch für euch.
    Liebe Grüße
    Siggi

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    • 13. September 2018 um 09:25
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      Danke für deinen Kommentar. Die Versorgung war aber nicht nur o.k., sondern sogar besser als zu Hause. Wann kommt der Chefarzt schon mal mit seinem Assistenten ins Hotel und bringt einen Tropf mit? Super fand ich vor allem auch den abendlichen Service im Restaurant, wo wir zufällig auf meinen Arzt trafen und der meine neuesten Blutwerte auf seinem Smartphone parat hatte …

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