Pitcairn Islands

Pitcairn Vortrag

Simon Young hielt einen Vortrag über das Leben auf Pitcairn und stellte sich danach den vielen Fragen des interessierten Publikums. Er lebte mit seiner Frau mittlerweile seit mehr als 20 Jahren auf Pitcairn. Er stammte aus UK, sie aus den USA. Aktuell gab es 38 Bewohner, die im Wesentlichen Nachkommen der Meuterer der Bounty und ihrer polynesischen Frauen waren. Mit dem nächsten Versorgungsschiff, das jedes Quartal einmal verkehrte, würden 5 wieder dazu kommen (bzw. zurückkehren).
Das teuerste auf Pitcairn war die Stromversorgung und das noch nicht all zu lange vorhandene Internet. Wasser war dank ausreichend Regen und Zisternen genug vorhanden. Die ca. 16 Kreuzfahrtschiffe pro Jahr waren eine wichtige Einnahmequelle. Viele der Einwohner kamen an Bord und brachten Selbstgebasteltes aus Holz, Textilien mit Aufdruck von Pitcairn-Motiven, Briefmarken oder ähnliches mit. Als eigenständiges Überseegebiet wurde Pitcairn von den Briten unterstützt. Mehr als 2 Millionen Pfund pro Jahr Zuwendungen schienen auf den einzelnen Bewohner bezogen viel, reichten aber längst nicht aus, um alle notwendigen Investitionen und Unterhaltungen einer Nation zu stemmen.

Neben vielen positiven Seiten in Bezug auf den engen sozialen Zusammenhalt, gab es auch eine dunkle Seite: Kriminalität war vorhanden. Mit Alkoholismus gab es zwar kein Probleme. Aber es gab in der Vergangenheit Verurteilungen wegen Vergewaltigung und Kindesmissbrauch. Ein Gefängnis bestehend aus 6 Zellen existierte ebenfalls. Wir sahen eine Frau in Polizeiuniform, die dem Magistrat angehörte. Dies war das alle 2-3 Jahre gewählte Gremium mit einem Bürgermeister an der Spitze, das Entscheidungen für die kleine Nation traf, und vor allem die Prioritäten für die Investitionen setzte. Es gab mittlerweile ein Abwassersystem. Die allgemeine Stromversorgung erfolgte noch über Dieselgeneratoren. Zwischen 10 Uhr abends und 6 Uhr morgens blieb die Insel dunkel. Man wolle zukünftig in erneuerbare Energie investieren, das wäre aber zur Zeit noch viel zu teuer.

Es gab keinen Flugplatz und auch keinen Heliport (für Hubschrauber lag das nächste erreichbare Ziel zu weit entfernt). Die einzige Stadt auf der Insel hieß Adamstown – benannt nach einem der Meuterer der Bounty – gelegen oberhalb der Bounty-Bucht.

Jeder Bewohner besaß einen Halbzeitjob und erzielte damit jeweils ein Einkommen, das nicht so hoch war, um Steuern zahlen zu müssen. Teuer war auch die medizinische Versorgung, weil man bei einigen Problemen mit dem nächsten Versorgungsschiff nach Neuseeland oder Tahiti mitgenommen werden musste. In Notfällen war man auf das Wohlwollen der Kapitäne der Kreuzfahrtschiffe angewiesen. Es gab einen Arzt auf der Insel, der einen Jahresvertrag besaß, aber der konnte natürlich nicht gleichzeitig Zahnprothesen oder Brillen anfertigen. Ebenso gab es übrigens auch einen Lehrer, ebenfalls mit einem Jahresvertrag.

Geographie

Insgesamt gehörten 4 Inseln zu Pitcairn: Henderson, Oeno und das Atoll Ducie – alle unbewohnt. Sie lagen zwischen ca. 120 km und über 400 km entfernt. Die gesamte 200 Meilen-Zone um die Inseln herum war Schutzgebiet, in dem nur die Bewohner fischen durften. Die Fische waren Hauptnahrungsmittel. Dazu gab es die Lieferungen von Fleisch vom Versorgungsschiff oder Hühner auf der Insel. Mehr als Vögel, Katzen oder kleinere Reptilien gab es an Tieren auf der Insel nicht – außer der Pazifikratte, die zum Teil bereits Plage war.

Die Insel besaß kein Korallenriff, so dass sie vollständig der starken Brandung ausgesetzt war. Es gab nur die kleine Bounty-Bucht, in der geschwommen werden konnte. Von dort fuhren die Langboote los, einen richtigen Hafen gab es nicht.

Pitcairn

Als wir vor Pitcairn kreuzten, besuchte noch ein weiteres (kleineres) Kreuzfahrtschiff die Insel.

 

Außerdem sahen wir ein kleines Segelboot. Damit kamen meist ein paar Touristen, die bei Bewohnern als Gäste unterkommen konnten.

vor Pitcairn

Simon zeigte sich optimistisch was die Zukunft von Pitcairn anging. Er liebte Pitcairn und konnte sich persönlich keinen Abschied vorstellen.

 

 

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