Silver jewellery making Ao Nang

Das ist doch mal was anderes, dachte ich, als ich bei Tripadvisor auf Dragonfly – silver jewellery making stieß. Ermutigt durch die positiven Bewertungen und die viel versprechenden Fotos buchte ich bei Dragonfly über das Kontaktformular einen Kurs für den nächsten Tag.

Dragonfly – Sian

Um 9 Uhr wurde ich pünktlich von Sian abgeholt. Sian stammt ursprünglich aus Wales, sie lebt aber seit 15 Jahren in Ao Nang. Sie ist verheiratet mit Lee, einem Thailänder. Zusammen haben sie einen 11jährigen Sohn, der die International School in Krabi besucht. Sian erwähnte die hohen Schulgebühren, hob aber positiv hervor, dass in der Klasse ihres Sohnes nur 5 andere Schüler sind. Sian war es wichtig, dass ihr Sohn eigenständig denken lernt. Dies würde in einer öffentlichen Schule nicht gelehrt, thailändische Schüler müssten vor allem abschreiben.

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Dragonfly – Lee

Lee und Sian wohnen ein wenig außerhalb von Ao Nang, im Dschungel. Das Anwesen ist wunderschön und sehr groß, es umfasst mehrere Gebäude, darunter auch die Werkstatt. Leider war es Lee, der den Workshop durchführen sollte. Ich war die einzige Teilnehmerin. Lee war schweigsam bis an den Rand der Unfreundlichkeit, seine Anweisungen waren äußerst knapp, Erklärungen zu den Arbeitsprozessen gab es keine und auf Fragen meinerseits antwortete er grundsätzlich nicht. Ab und zu verließ er wortlos die Werkstatt und blieb länger weg, ich habe in der Zeit dann in einem Buch gelesen, das ich in weiser Voraussicht mitgebracht hatte.

 

Kurs

Nun aber endlich zum Kurs. Zu Beginn musste ich an einem Stück Blech üben: Zacken ausfeilen, gerade und gebogene Stücke aussägen, Muster einstempeln.

Dann wurde ich gefragt, was ich anfertigen wollte. Darüber hatte ich mir Gott sei Dank schon vorab Gedanken gemacht, es sollte ein Ring werden. Sian wurde hinzugeholt und fragte nach meinen Vorstellungen. Ich zeichnete ihr meine Idee auf ein Blatt Papier und gemeinsam suchten wir aus einem Sammelsurium von Steinen einen geeigneten aus.

Während Lee den Ring in der passenden Größe aus einer Rolle dicken Silberdrahts formte, drehte ich aus dünnem Silberdraht zwei Schnecken. Anschließend wurden diese auf den Ring gelötet, das war natürlich Lees Aufgabe.

Er hatte auch die Fassung für den Stein vorbereitet, jetzt wurde ein Stück Silber an den Boden geschweißt, das ich dann mit Hilfe einer Schere rundherum passend zuschneiden musste. Anschließend musste ich die Schnittkanten abfeilen.

Nun durfte ich die gesamte Steinfassung mit einem Schmirgelpapier abschmirgeln, wodurch sie eine schöne glatte und glänzende Oberfläche bekam. Da die Fassung zu tief für den Stein war, musste ich aus Blech noch eine runde Scheibe zuschneiden, die in die Fassung gelegt wurde. Anschließend konnte ich endlich den Stein einkleben. Lee lötete die Fassung an den Ring. Jetzt durfte ich das fast fertige Stück mit Hilfe einer Maschine, die stark an einen Schuhputzautomaten erinnerte, polieren. Der letzte Schritt bestand darin, den Ring mit Hilfe einer auf eine Zahnbürste aufgetragenen (halb) flüssigen Tinktur zu bürsten und in Wasser zu säubern. FERTIG!

Resümee

Wenn man mit Lees Art zurecht kommt, ein tolles Erlebnis. Ich kann allerdings die 10 von 10 Punkten Bewertungen auf tripadvisor nicht nachvollziehen. Es wäre sicher vieles besser, wenn Sian die gesamte Zeit über als Dolmetscherin anwesend wäre, denn ich hatte den Eindruck, dass Lees Schweigsamkeit auch etwas mit mangelhaften Englischkenntnissen zu tun hatte. Ich jedenfalls konnte die wenigen Worte, die er an mich gerichtet hat, kaum verstehen und habe mich in der schweigsamen und vollkommen emotionsfreien Atmosphäre auch häufig unwohl gefühlt. Der Ring allerdings gefällt mir richtig gut und ich werde ihn gerne tragen.

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