Storno Schwerte

Rohrmeisterei

Philipzen, Funke und Rüther – das sind STORNO, eine Kabaretttruppe aus Münster. Heute traten sie in Schwerte auf und wir hatten Karten für ihren Auftritt dort in der Rohrmeisterei. Eine tolle Bühne mit Nähe zum Publikum. Es war freie Platzwahl – wobei einige Plätze vorreserviert waren. Wir saßen in der zweiten Reihe.

Kabarett

Im ersten Teil brachte STORNO leider zu häufig die typische AFD Hetze. Manchmal so plump, wie z.B., dass aus Pferdescheiße und Sperma nach Gärung Björn Höcke herauskommen soll. Auch die sonstigen politischen Beiträge waren eher schwächer – vielleicht ist das alles auch schon zu abgedroschen bzw. liegt die Realsatire einfach vorne. Besser wurde es, wenn ein Liedchen von den Musikern mit den meisten CD-Verkäufen in Deutschland angestimmt wurde: Rolf Zukowski und Detlev Jöcker. Natürlich war der Text neu unterlegt.

Sehr authentisch kam es herüber, als die heutigen Grünen und ihre Lebensweise durch den Kakao gezogen wurden, davon zeugte auch der große Beifall. Das sind die mit Solarzellen auf dem Dach und die mit ihrem SUV mit Antiatomkraftaufkleber zum Bäcker fahren und glutenfreies Brot kaufen, oder abends zum fasciengesteuerten Yoga für Golden Retriever gehen – oder so ähnlich. Da fanden sich etliche Zuschauer in der Beschreibung wieder.

Funke wusste genau, was das Geheimnis einer glücklichen Ehe ist: die bedingungslose Unterwerfung. Er stellte fest, dass nur zwei gelacht haben: die Ehefrau und die Schwiegermutter. Ihm gelang es, einige sehr aktuelle Geschehnisse witzig in seinen Part einzubauen aber nicht ins Klamaukhafte abzurutschen. Andererseits waren seine Grimassen einfach toll anzuschauen und machten dem Publikum viel Spaß.

Der zweite Teil war eindeutig der bessere von STORNO. Das wohl sich stark aus Lehrern zusammengesetzte Publikum wurde mit einem Bildungssong angesprochen, der die Misere an den Schulen rund um G8/G9, Ganztagsschule, Abi für alle, Integration und Inklusion plastisch beschrieb.

Funke regte sich über die Pinkelbons an den Autobahnen auf, 70 Cent und 20 davon in den Wind gepinkelt. Die meisten Pinkelbons liegen bei ihm zuhause als Altersvorsorge, weil er immer wieder vergisst, sich anschließend noch ein Hanuta zu kaufen.

Bissig wurde Philipzen, als er als alter Paderborner Messdiener Marine gefragt wurde, was er von der Aussage der Kirche zur Ehe für alle hielt: „Sexualität findet nur zwischen Mann und Frau statt“: Das wäre schon mal eine erhebliche Erleichterung für die Messdiener.

Der Bogen wurde gespannt über Heirat mit Androiden in Japan, Sexpuppen, Alexa, Amazon Bestellungen, die deutsche Autoindustrie bis hin zur Fifa und ihrer Ethik. Der schlecht gelaunte Rüther stand hinter dem optimistisch fröhlichen Philipzen und dem pointierten Funke deutlich hintenan. Selbst wenn er ab und zu mal explodierte oder aus dem Zusammenhang gerissene Pseudonachrichten einstreute. Lustig waren die anderen beiden.

Storno Rohrmeisterei

Zugabe

Als Zugabe setzte sich Philipzen ans Klavier und ahmte Udo Lindenberg täuschend echt nach. Der Song begeisterte das Publikum und brachte laute Lacher hervor, die den Interpreten selbst sogar zum Lachen brachten.

Funke freute sich, als sich das Publikum wi(e)der( )setzte, weil Kabarettisten „kritisch sein“ lieben.

Außerdem gab es auch noch ein nachdenkliches Halleluja.

Insgesamt hat uns der Abend Laune gemacht.

 

Auftritte

Die nächsten Auftritte von STORNO sind hier nachzuschlagen.

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