Bunkermuseum Frauenwald

Zum Abschluss stand heute das Bunkermuseum in Frauenwald auf dem Programm. Die Liegenschaft wurde nach der Wende privatisiert. So entstand das Waldhotel Rennsteighöhe anschließend hier. Der Eigentümer wandelte den Bunker zu einem Museum um.

Führungen fanden um 11 h, um 13 h, um 14 h und um 15 h statt. Aktuelleres kann man auf deren Webseite nachlesen. Wir durften in die Führung um 13.00 h. Zuvor setzten wir uns noch eine Weile in den Biergarten des Hotels.

Bunkermuseum

Dann ging es direkt vor dem Hotel los. Der Eintritt kostete 15 EUR pro Erwachsener. Unsere Gruppe war auf 10 Personen begrenzt. So viel Platz war im Bunker auch nicht, um den Ausführungen des Guides folgen zu können.

Es handelte sich um einen Hochbunker. Er war durch eine Halle und Mutterboden über der 1,5 m starken Betondecke getarnt. „Tarnen und täuschen“ hieß auch das Motto der Führung. Der Bunker wurde zeitgleich mit Bauarbeiten an der nahen Talsperre und eines Erholungsheims gebaut. So fiel die rege Bautätigkeit nicht auf. Die Anwohner wussten ja, was gebaut wurde: technische Anlagen für die Talsperre und das Erholungsheim.

Der Bunker sollte im Ernstfall (Krieg, Verstrahlung) die Bezirkseinsatzleitung (ca. 30 Personen maximal) beherbergen. Es gab 15 solcher Bunker in Thüringen. Der Bunker war nie im Einsatz, wurde aber im Laufe der Zeit gewartet und mit den (damals) jeweils modernsten Techniken versehen. Er besaß eine eigene Notstromversorgung, eine Wasserversorgung, ein Entlüftungssystem mit Sauerstofferzeugung und war insofern autark. Die Nachrichtentechnik wurde immer weiterentwickelt.

Zu Beginn gab es diverse Schleusen mit Duschen, damit der Bunker nicht kontaminiert wurde. Selbstverständlich gab es entsprechende Schutzausrüstung.

Bunkermuseum Bunkermuseum

 

Der größte Raum im Bunker war der Lage- und Besprechungsraum, in dem sich noch alte Landkarten und alte Zeitungen befanden.

Bunkermuseum

Es gab auch eine kleine Krankenstation und Erste-Hilfe Material.

Bunkermuseum

Digitale und Analoge Technik in den verschiedenen Büros und der Fernschreibzentrale.

Bunkermuseum Bunkermuseum BunkermuseumBunkermuseum

Selbst alte Konserven waren noch im Original vorhanden. Die in Reihen stehenden Etagenbetten hätten in Schichtwechseln benutzt werden müssen. Es galt Fuß an Fuß und Kopf an Kopf zu schlafen.

Bunkermuseum

Häufig sah man Aufschriften in kyrillischer Schrift, Lieferungen vom sozialistischen Bruderstaat UDSSR.

Die Führung dauerte insgesamt gut 45 Minuten. Das reichte auch, im Bunker war es kalt mit ca. 7 Grad Celsius. Man sollte sich etwas überziehen, was wir auch taten, aber trotzdem fröstelte es uns am Ende.

 

tommy-online

Nach mehr als 25 Jahren in der Finanzdienstleistungsbranche jetzt Weltreisender und als Reiseblogger tätig.

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