Indien, weshalb wir vermutlich nicht noch einmal kommen werden
Indien
Wir haben in Indien Delhi, Agra, Jaipur, Ranthambore, den Jim Corbett National Park und Mumbai besucht.
Gate to India

Wir haben 3 Flüge nach Indien, einen Flug in Indien und 3 Flüge hinaus absolviert.
Einreise
Wir sind das erste Mal von Addis Abeba eingereist. Unser Visum hatten wir vor allem wegen Problemen mit der Webseite zu spät beantragt. Wir konnten nur 4 Tage im Voraus beantragen, wir waren aber von 72 Stunden ausgegangen. Das ist aber lediglich die Zeit, in der das Visum bearbeitet werden soll – was auch nicht immer funktioniert. Wir haben nie eine Email erhalten, dass das Visum erteilt wurde, sondern wir mussten immer auf der Webseite nachschauen.
Jedes Mal einen CaptchaCode eingeben, jedes Mal unsere Antragsnummer und die Reisepassnummer eingeben und hoffen, dass die Webseite korrekt reagiert – was sie häufig nicht tat.
In Addis blieben wir so 2 Tage länger, konnten unsere Flüge immerhin noch gegen Aufpreis von ca. 200 EUR insgesamt verschieben.
Von Bhutan aus war das nicht möglich, weil die Flüge leider nicht mehr umbuchbar waren, nachdem wir den Hinflug bereits absolviert hatten. Nein, wir hatten dieses Mal nicht zu spät reagiert, wir hatten beim ersten Mal ein double entry Visum beantragt, was wir leider erst nach Erteilung erfuhren. Da wir bereits von Bangladesch eingereist waren, waren die zwei Einreisen aufgebraucht. Also beantragten wir danach sofort ein neues.
Beide Anträge wurden abgelehnt, weil wir uns in Indien aufhielten. Wir konnten also erst wieder nach Ausreise ein neues beantragen. Das erledigten wir sofort nach Ausreise nach Bhutan. Das Problem war aber, dass wir dort nur 3 Tage gebucht hatten. Mein Visum kam einen Tag vor Abflug, das von meiner Frau erst 3 Stunden nach Abflug. So musste ich alleine zurück nach Delhi fliegen. Für meine Frau fielen für den nächsten Direktflug 2 Tage später 2 Tage Visumsgebühren in Bhutan in Höhe von 221 USD an und ein komplett neuer Flug im Wert von über 300 EUR. Dazu kam das zusätzliche Hotel für 2 Nächte.
Insgesamt kostete uns also das indische Visumsystem, das keine Gruppen- bzw. Paaranträge und auch kein Visa on Arrival ermöglichte, ca. 1.000 USD.
Hinzu kam, dass wir an den Flughäfen noch nie so gefilzt wurden, wie in Indien. Sämtliche Kabel und Elektronik, Metallgegenstände mussten separat ausgepackt werden.
Bei einem Flug wurde ein Reisekorkenzieher mit Abdeckung, den wir seit ca. 30 Flügen im Handgepäck mitführten, entwendet.
Beim Inlandsflug später wurde uns eine kleine 9V Batterie (für Geocachingzwecke) entwendet. Immerhin die 8 als Ersatz mitgeführten 1,5 V Batterien durften wir behalten. Einfach irre.
Aber auch Air India wollte uns verschaukeln. Wir hatten extra Sitzplätze in der Exit Reihe gekauft. Am Checkin merkten wir erst zu spät, dass uns plötzlich andere Sitze zugeordnet wurden als auf der digitalen Bordkarte. Immerhin wurde das im Flugzeug noch korrigiert, aber die Plätze waren nicht mehr die gewünschten.
Wenn man den eigenen Koffer nicht findet, nicht sofort verzagen, sondern an einem anderen Band suchen, selbst wenn es anders ausgeschildert ist. Uns informierte erfreulicherweise ein Mitreisender, dass das falsche Gepäckband angegeben wurde.
Hotels
Wir reisten während unserer gebuchten Tour zum Tiger Moon Hotel in Ranthambore. Es sollte ein 4 Sterne Hotel sein. Das war gelogen. Es war dreckig, bot keinerlei Komfort und auch nur ein billiges Frühstücksbuffet.
Wir übernachteten in Indien in 2 verschiedenen Novotels, in Delhi und in Mumbai. Beide waren sehr gut, das in Mumbai am Airport noch einen Tick besser als das in Delhi in der City.
In Delhi wählten wir sogar einmal das 5 Sterne Pullman Hotel in der Aerocity. Dort wurden wir leider enttäuscht. Der Service war schlecht, unser reserviertes Taxi zum Airport kam 20 Minuten später als verabredet. Unser Koffer wurde verwechselt. Nein, wir hatten keine Messer im Gepäck mitgeführt.
Im Jim Corbett Nationalpark fühlten wir uns im Debu’s The Fern by Marriott gut aufgehoben. Aber die Servicemitarbeiter waren kaum der englischen Sprache mächtig. Die Aufmerksamkeit fehlte, obwohl immer jemand hinter uns herum schwänzelte. So mussten wir uns fast jeden Abend erneut ein Messer an einem der Nachbartische suchen. Eine bestellte Pizza kam nicht. Auf Nachfrage nach einer halben Stunde wurde mitgeteilt, dass es an diesem Abend leider keine Pizza gab, die auf der Karte stand. Ich wartete also vergeblich auf mein Essen und aß dann bei meiner Frau mit, die erfreulicherweise eine ausreichende Portion erhalten hatte.
Der Roomservice entfernte auf Nachfrage dreckiges Geschirr, nur um es uns vor die Tür zu stellen. Das Roomcleaning kam übrigens nur nach speziellen Anruf. Das muss man erstmal wissen.
Als wir morgens um 6 Uhr pünktlich zur Bird Warching Tour erschienen, mussten wir 20 Minuten warten, weil der Guide dann erst angerufen wurde . Das andere Mal mussten wir mehr als eine halbe Stunde eher aufbrechen. Pünktlichkeit kann man in Indien also nicht erwarten.
Wir als ausländische Touristen fühlten uns meist als Attraktion, man war bemüht.
Aber es gab auch richtigen Betrug: Das FairMount Plaza Inns Hotel near Delhi Airport zeigte Phantasiebilder auf den Buchungsseiten, wollte mir bei der Anreise zuviel Geld abnehmen.
Später war die Addition auf der Rechnung bei der Bestellung des Abendessens falsch. Natürlich zu meinen Ungunsten.
Nach Abreise wurde einfach behauptet, ich wäre nicht angereist. Dabei musste ich mich gleich in 2 Gästebücher eintragen. Ich hatte immerhin einen Visabeleg und ein echtes Foto vom Zimmer und konnte deshalb Check24 über den Betrug aufklären.
Massage
Wie uns ein Inder im Flugzeug später mitteilte, geht es bei vielen Massagestudios in Indien – auch in Malls – um Sex. Vor allem, wenn vorher gezahlt werden soll, kann man davon ausgehen. Vorsicht in diesem Zusammenhang vor Betrug!
In unseren Hotels gab es fast immer ein Spa. Die Preise lagen dort zwischen 25 Eur bis über 80 Eur pro Stunde. Das sagt aber auch nichts über die Qualität aus.
Ich bin jedenfalls nicht bereit, mehr als in Deutschland zu zahlen. Am Besten hat mir die Massage beim sehbehinderten Ramchandran in Jaipur gefallen (Hotel Park Ocean). Allerdings konnte ich dort nur Cash bezahlen, obwohl das Spa im Hotel ansässig war. Er hat mich deshalb mit einem Tuktuk zum nächsten Geldautomaten begleitet. Ich erhielt eine Schulterbehandlung, die ich wohl in Münster bei einem Physiotherapeuten weiterführen werde.
Fahrzeuge
Wir nutzten für eine geführte Tour einen geräumigen Wagen und später mehrere Taxis – vor allem für die Langstrecke Delhi – Jim Corbett.
Letztere kostete 8.000 Rupien. Für Inder scheint das eine interessante Strecke zu sein. Es gab mehrere Anbieter im Internet oder auch via Facebook. Man sollte auf einen bequemen Wagen achten, denn die Strecke ist zwar nur ca. 300 km lang, dauert aber gut 6 Stunden.
Taxis in den Großstädten haben wir immer mit Uber gebucht. Nie wurden mehr als 800 Rupien fällig – auch nur für längere Strecken, sonst meist bis 500. Allerdings muss man immer Cash dafür vorhalten.
Die Fahrzeuge hatten fast alle gesprungene Windschutzscheiben. Selbst die Busse. Es ist selten, einen heilen Wagen anzutreffen. Das ist aber auch kein Wunder beim indischen Verkehr: völlig chaotisch! Es wird im Gegenverkehr gefahren. Ein Taxifahrer fuhr auf der Stadtautobahn rückwärts, weil er die Ausfahrt verpasst hatte. Nur weil die Geschwindigkeiten in der Regel gering sind, passiert nicht so viel, wie man erwarten würde.

Unser Wagen auf der geführten Tour ist übrigens 4 Mal liegen geblieben unterwegs. Wir hatten Glück, dass zeitgleich ein weiterer Wagen unterwegs war. Dessen Fahrer hat Hilfestellung gegeben und uns einmal eine kurze Strecke bis zur nächsten Raststation mitgenommen. Zum Schluss, als wir bereits im Stadtgebiet von Jaipur waren, aber immer noch eine halbe Stunde vor uns lag, haben wir einfach ein Uber bestellt und das Gepäck umgepackt. Unser Touranbieter hieß übrigens “Go My Journey” und sollte tunlichst gemieden werden.
Dreck und mangelnde Hygiene
Man kann es sich kaum vorstellen, was für ein süßlich stinkender Geruch uns zum Beispiel in Mumbai erwartete, als wir aus dem Terminal traten. Nicht ganz so hartgesottenen wie uns wäre sofort schlecht geworden.
Überall lag Dreck herum. Selbst die heiligen Kühe (meist Bullen), die überall herumlungerten, auch mal direkt auf der Straße, standen häufig im Unrat.
Neben der Aerocity Delhi gab es eine kleine Vorstadtsiedlung namens Mahipalpur. Ein Beispiel für offene Abwasserleitungen neben der Straße und Gestank und Dreck.

Nur ein Beispiel für wilde Müllhalden, die man überall sieht.


Die Inder kennen selbst in guten Hotels nicht die einfachsten Hygieneregeln, z.B., dass man Lebensmittel nicht vom eigenen Teller wieder zurücklegt. Die Gläser waren meist nicht richtig gespült, das galt auch für Besteck.
Bei meinen Besuchen in Thailand hatte ich schon viel von den dreckigen Indern gehört, aber im eigenen Land ist das nach unseren Erfahrungen noch ausgeprägter.
Sprache und Sonstiges
Die meisten Inder, die wir trafen, waren der englischen Sprache nicht mächtig. Andere kann man mit Akzent kaum verstehen. Aber sie verstanden uns auch nicht. Daraus ergaben sich einige vermeidbare Situationen.
Die Visakarte wird leider auch nicht überall akzeptiert. Immerhin der Kartenleser von Pinelabs funktioniert damit. Aber der kostet wohl höhere Gebühren und wird oft erst als zweite Wahl genommen, und nur wenn man darauf beharrt, mit Karte zu bezahlen.
Das Essen in Indien ist ansonsten schmackhaft und kostet nicht viel. Meist haben wir übrigens vegetarisch gegessen. Das vegetarische Essen schmeckte oft besser als die Fleischgerichte, die zudem fast immer mit Knochen serviert wurden.
Indien bekommt aber trotz der Natur und alter Kultur wegen der vielen Unzulänglichkeiten keine Reiseempfehlung von uns.
